Frickhofen

Die ehemals selbständige Gemeinde Frickhofen mit ihren 2.500 Einwohnern, ging 1971 im größeren Gemeinwesen „Dornburg“ zunächst mit den Gemeinden Wilsenroth und Dorndorf, einige Zeit später mit den Gemeinden Thalheim und Langendernbach im freiwilligen Zusammenschluß auf. Die neue Großgemeinde mit 8.000 Seelen hat ihren Verwaltungssitz (Rathaus) im zentral gelegenen Frickhofen, dem größten Ortsteil Dornburgs.

Die Großgemeinde Dornburg hat ihren Namen von der, dem Blasiusberg benachbart liegenden Dornburg entlehnt, auf deren riesigen Hochfläche sich die größte keltische Stadtanlage unseren näheren Heimat befand. Zum Schutz der hier wohnenden Bürger war die Wohnstadt mit einem gewaltigen Ringwall nach allen Seiten abgeschirmt. Im Abstand von ca. 80 m war ihm ein zweiter Verteidigungswall vorgelagert.

1963 wurden auf der Dornburg Ausgrabungen vorgenommen. Depotfunde lassen den Schluß zu, dass hier die Kelten in der La-Téne-Zeit (vor Christi Geburt) Ackerbau und Handwerk betrieben.

Professor Schoppa fand bei den Ausgrabungen die Fundamente einer kleinen Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor wieder, die von Cohausen (Nass. Annalen 15/1879) zuerst beschrieb. Nahe dabei fanden sich Reste des sogenannten „Hildegardisbrunnens“.

Am Fuße der Dornburg befindet sich das „Ewige Eis“, in zwei Stollen sichtbar und mit Eisengittern gesichert. Dieses Naturphänomen entdeckten Arbeiter 1839 bei der Suche nach geeigneten Basaltsteinen für den Wegbau. Gastwirt und Brauereibesitzer Fischer, der unweit davon eine Brauerei und Gastwirtschaft errichtet, kühlte hier seine Getränke. Heute ist das „Ewige Eis“ Anziehungspunkt vieler fremder Gäste, und das Fischersche Gasthaus eine Stätte der Entspannung und Erholung für die Jugend.

In alten Urkunden wird die Basaltkuppe „Dornburg“ (1577), „Dörnberg“ (1622) und „Dorrenberg“ (1642) genannt. Erst viel später findet man den heutigen Namen „Dornburg“. Mit dem germanischen Gott Donar (Thor) besteht keine Namensidentität.

Sagen und Mythen umranken die Dornburg. So soll dort einst eine reiche Stadt gestanden haben, die mit festen Mauern und Türmen bewehrt war. Reiche Kaufleute aus dem Rheingebiet brachten ihre Waren nach dort, wobei sie unterwegs oft von Raubrittern überfallen wurden. Mit einem der Ritter, Ruprecht von Ellar, war die Bürgermeistertochter in Liebe verbunden. Um ihn aus seinem Verlies und vor dem Todesurteil zu erretten, verriet sie die Stadt an seine Freunde. In einem Inferno aus Feuer und Blut wurde die Weihnachtsnacht zur Todesnacht für die Dornburger. Seit dem Untergang der Stadt irrte Hilde verzweifelt umher und beklagte ihren Verrat. In geistiger Umnachtung stürzte sie sich vom „Hildegardisfelsen“ in den Tod. Noch heute wollen Wanderer auf der Dornburg um Mitternacht ihr Jammern und Wehklagen gehört haben.

Unter dem „Ewigen Eis“ an der Dornburg sollen die 12 goldenen Apostelstatuen verborgen sein, die der Glöckner der Dornburg-Kapelle vor dem Brand der Stadt dort in einem Brunnen versenkte.

 

Unsere Blasiuskapelle

Gegenüber der Dornburg, auf dem Blasiusberg, steht die Blasiuskapelle, die ehemalige Pfarrkirche der Dörfer Frickhofen, Dorndorf, Langendernbach, Dorchheim, Mühlbach, Waldmannshausen und seit 1667 auch für Wilsenroth, das bis dahin zu Gemünden gehörte. Hier oben, unter dem Blätterdach riesiger Linden, wurde auch das Kirchspielsgericht gehegt, zu dem ebenfalls die genannten Filialgemeinden gehörten.

Die Christianisierung des Westerwaldes ging von Trier aus. Mutterkirche und Mittelpunkt der Mission für den Niederlahngau war Dietkirchen an der Lahn. Von hier aus, gegen Ende des 7. Jahrhunderts, wurde die Blasiuskapelle erbaut, die dem heiligen Michael geweiht war. In welcher Zeit sich der Übergang des Michaels auf das Blasiuspatrozinium vollzogen hat, kann man mit Sicherheit nicht sagen. Man vermutet, dass die Umbenennung erst im späten Mittelalter erfolgte.

Von der ursprünglichen Holzkirche ist nichts mehr vorhanden. Ihre jetzige äußere und innere Gestalt entstand erst 1869/70. Ältester Teil der heutigen Kirche ist die Apsis, die aus der Romantik stammt (ca. 1150). Das Gewölbe des Chorraumes, wie auch die Fenster entspringen einfachem, ländlichem Stil. Ursprünglich war es ein Chorturm, an den ein romanisches Langhaus angebaut wurde, das aber kleiner war als das heutige Mittelschiff.

Nach dem Bau der Martinuskirche in Frickhofen (1772 – 1732), gingen die Pfarrechte der Blasiuskirche auf die größere Kirche 1746 über und für die Kirche auf dem Berg begann eine schlimme Zeit. Niemand interessierte sich für ihre Unterhaltung. Die Kirche verwahrloste, Fenster, Türen und auch das Dach wurden schadhaft. 1816 entschloß sich die Herzoglich-Nassauische Regierung, den Abbruch zu verfügen.

Pfarrer Johann Wilhelm Bausch (1810 – 1819), der spätere 2. Bischof von Limburg (1835 – 1840), stellte sich schützend vor die Kirche und bewog die Nassauische Landesregierung von ihrer Abbruchabsicht abzugehen. Unter Pfarrer Petmecky (1838 – 1843) und seinem Nachfolger Pfarrer Schmidt (1843 – 1861) erfolgte die Renovierung der Kirche. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Blasiuskirche Pfarrer Groß (1861 – 1869). Er ließ die beiden Seitenschiffe anbauen, die Bögen im Langhaus brechen und den Giebel erhöhen. Dieser Umbau bot nunmehr das Bild einer romanischen Pfeilerbasilika mit Emporen. Ebenfalls wurde die Sakristei und der Dachreiter neu gebaut. Sein Nachfolger Pfarrer Bonn (1869 – 1885) führte die Bauarbeiten seines Vorgängers zu Ende.

Kurz nach der Jahrhundertwende ließ Pfarrer Egenolf (1897 – 1925) die Kirche neu ausmalen, die barocke Figur des heiligen Blasius wurde renoviert und in der Grotte am Aufgang zum Berg aufgestellt. Über dem Chorbogen entstand das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit. Bei der Verlegung der Fußbodenplatten entdeckte Pfarrer Egenolf das Grab des Pfarrers Loos, öffnete es aber nicht aus Pietätsgründen. Die aus schwarzem Marmor gestaltete Grabplatte in Herzform mit Kelch und Hostie im Boden vor dem Hochaltar ließ er entfernen. Sie fand ihren neuen Platz an der Wand des Chorraumes. Die Grabplatte rühmt in lateinischer Sprache die Tugenden von Pfarrer Johannes Wilhelm Loos (1699 – 1715).

Pfarrer Heinrich Krauskopf ließ aus Anlaß des 300jährigen Jubiläums der Rückkehr zum katholischen Glauben im Jahre 1930 die Kirche mit einem neuen Innenanstrich versehen und die Statue des heiligen Blasius fand wieder ihren Platz auf dem Hochaltar. Unter Pfarrer Franz-Josef Jaeger wurde der Innenputz der Kirche erneutert und ein Außenaltar zum Gedächtnis der Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges errichtet.

Unter Pfarrer Dieter Klug wurde 1982 ein neuer Innenputz angebracht, der dem romanischen Stil der Kapelle angepasst ist. Die Ausmalung der Decke verleiht dem Langhaus ein festliches Aussehen.

Pfarrer Klug ließ die Renovierung großzügig ausführen. So präsentiert sich heute der Hochaltar wieder in seiner originalen Schönheit (1650). Das Altarbild zeigt den Kirchenpatron im roten Messgewand, mit Stab, Mitra und den gekreuzten Kerzen. Das Langhaus stattete er mit den Kirchenpatronen der Dornburger Ortsteile aus.

Der barocke Muttergottesaltar (frühes 18. Jahrhundert) im linken Seitenschiff ist Ziel vieler Bittenden. Das Standbild der Pieta, der schmerzhaften Gottesmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß, zeigt herb-bäuerliche Züge.

Im rechten Seitenschiff befindet sich an der Stirnwand der Kenotaph der Ritter Thebes (+ 31.10.1506) und seines Sohnes Philipp (+ 1528) von Waldmannshausen. Ein alter Taufstein (?) aus Krufter Lava, früher neben der Kapelle stehend, befindet sich vor dem Kenotaph.


Die Pfarrkirche „St. Martin“

Schon von weitem grüßt der Kirchturm des Gotteshauses in die Lande. 1955, unter Pfarrer Franz-Josef Jaeger, wurde der alte Kirchturm mit einem neuen Schiff verbunden, das der Zahl der Kirchenbesucher gerecht wurde. An der gleichen Stelle hatte die Kirche schon mehrere Vorgänger. Bereits im 15. Jahrhundert wurde eine ansehnliche Kapelle für Frickhofen nachgewiesen. 1722 – 1732 kam die Martinuskirche zur Bauausführung. Frickhöfer Bürger hatten allein die Baulast zu tragen. Am 5.6.1732 erhielt sie durch den Trierer Weihbischof Lothar Friedrich von Nalbach ihre Weihe.

Die Vorgängerin unserer jetzigen Pfarrkirche war ein barocker Saalbau mit einem eingezogenen Chor im Dreier-Schluß. Acht rundbogige Fenster im Schiff und drei im Chorraum brachten die erforderliche Helligkeit, um die barocken Altäre (Hadamar, Schnitzschule) wirkungsvoll zu beleuchten. Die Decke war im Flachbogen gewölbt, aber ohne Strukturen und Fresken.

Aus der über 200 Jahre alten Kirche wuchs organisch das neue Gotteshaus. Vorgegeben durch die Grundstücksform und die Lage von Turm und Chor entstand daraus die zum Altar sich öffnende Parabelform, die besonders geeignet ist, die Gemeinschaft mit der Eucharistie zu formen.

 

 

Hochaltar, Seitenaltäre und Kanzel gehören zu den prächtigsten und wertvollsten Arbeiten der Hadamarer Kunstschule (18. Jahrhundert). Krönender Abschluß des Hochaltares bildet die Darstellung des heiligen Martinus, des Frickhofener Schutzpatrons. Hoch-, Marien- und Josefsaltar und die Kanzel bilden eine organische Einheit. Die beiden Beichtstühle stammen aus dem Jahre 1739, der Taufstein aus nassauischem Marmor aus dem Jahre 1653. Ein Buntglasfenster in der Außenwand des Turmes mit der Schmerzhaften Muttergottes trägt die Namen der 119 Gefallenen der Pfarrgemeinde. Der dem Barockstil der Altäre angepasste Volksaltar, sowie der Ambo und der Kreuzweg sind ein Werk des Frickhofener Schreinermeisters Georg A. Staudt.

Wir sind stolz auf unsere Kirchen, die nicht nur Werke bedeutender Kunst sind, sondern leuchtende Beweise christlichen Glaubens einst und jetzt.


Frickhofen im Spiegel der Zeit

Urkunden aus der Zeit Karls des Großen bezeugen, dass im Flussbereich des oberen Elbbaches schon eine recht dichte und sicher jahrhundertealte Besiedlung vorhanden war. Dem von den Rupertinern, einem fränkischen Hochadelsgeschlecht, gegründeten Kloster Lorsch an der Bergstraße schenkte Rachild eine Tochter dieser Familie, mit anderem Besitz 772 auch Güter in Dorndorf und Heuchelheim. Etwas später erhielt die Abtei Fulda 780/802 Güter in Niederzeuzheim und 802/817 Besitz in Frickhofen. Mit dem grundherrlichen Besitz waren sogenannte Eigenkirchen verbunden, die der Grundherr aus eigenen Mitteln zu erbauen hatte. Dafür besaß der das Recht der Besetzung der Pfarrstelle mit einem Geistlichen nach seiner Wahl. So weist die Erwähnung Frickhofens im Urkundenbuch des Klosters Fulda auf die Blasiuskirche hin, die zu dieser Grundherrschaft gehörte.

Das Jahr 802, in dem erstmals Frickhofen urkundlich erwähnt wurde, zeugt allerdings nicht vom Alter des Dorfes. Sicher war der Ort in dieser Zeit schon jahrhundertealt, die Dornburg bereits vor Christi Geburt besiedelt. Zunächst wird Frickhofen (802/817) als „Fridehuba“ bezeichnet, „Vredehofin“ (1190) und „Vridekobe“ (1287).

Bis zum Jahre 966 sind die Konradiner als Grafen im Niederlahngau nachzuweisen. Fast ein Jahrhundert später war 1053 die Grafschaft in der Hand der Grafen von Diez, die sich nach ihrer Burg an der Lahn nannten. Sie verpfändeten mit Burg und Tal Ellar 1337 die vier Zenten Lahr, Elsoff, Frickhofen und Niederzeuzheim an die Grafen von Nassau/Hadamar. Nach vorübergehender Einlösung kamen diese vier Zenten schon 1367 als Heiratsgut an die Grafen von Katzenelnbogen, deren Erbe hier 1479 den Landgrafen von Hessen zufiel. Ein Drittel der Herrschaft Ellar wurde 1408 Nassau-Dillenburg eingeräumt. Die Landeshoheit der Grafen von Diez und Nassau spiegelt sich wider im Frickhöfer, später Dornburger Wappen. (Der Erzengel Michael breitet segnend die Hände über die Wappen von Nassau und Katzenelnbogen). Ein Drittel der Herrschaft Ellar wurde 1408 Nassau-Dillenburg eingeräumt, dieses erhielt im Frankfurter Vertrag 1557 auch den hessischen Teil. Mit Amt und Herrschaft Ellar wurde auch das Kirchspiel Blasiusberg „Blesberg“ 1607 der Grafschaft Nassau-Hadamar zugeteilt. Frickhofen gehörte unter den Fürsten von Nassau-Hadamar bis 1711 und danach unter der gemeinschaftlichen Verwaltung ihrer Erben aus anderen nassauischen Linien zum Amt Ellar. Bei der Landesteilung kam das Kirchspiel Frickhofen 1717 an Nassau-Dillenburg. Seit 1717 war es mit dem Rest des Amtes Ellar dem Amt Mengerskirchen zugeteilt und danach von 1727 bis 1744 ganz mit diesem vereinigt. Landesherrn waren seit 1739 Nassau-Oranien, kurze Zeit 1742 bis 1743 noch einmal Nassau-Siegen und danach Nassau-Oranien. Von 1744 bis 1775 war es dem Amtskollegium Hadamar, 1775 erneut dem Amt Mengerskirchen und seit 1790 einem neugebildeten Amt Ellar unterstellt. Mit diesem gehörte es 1806 bis 1813 zum Großherzogtum Berg und danach 1813 erneut zu Nassau-Oranien. Unter französischer Herrschaft war seit 1809 für die Orte des Kirchspiels Frickhofen eine Mairie Frickhofen eingerichtet. Mit anderen organischen Landesteilen kam auch das Amt Ellar durch Tausch am 31.5.1816 an Preußen und am gleichen Tag zum Herzogtum Nassau. Am 1. Juli 1816 kam Frickhofen mit dem aufgelösten Amt Ellar zum Amt Hadamar und mit diesem 1866 an Preußen.

Das Gericht „Blesberg“ war für das Kirchspiel Blasiusberg zuständig. Nach 1557 war es noch bezeugt und mit drei Schultheißen und sieben Schöffen besetzt. Peinliche Anklagen und Kriminalfälle wurden in Ellar verhandelt. Hier war auch der Richtplatz, später in Hadamar.

Die Bürger Frickhofens betrieben vorwiegend Landwirtschaft (Dreifelderwirtschaft). Es gab aber auch einige Handwerker und zahlreiche Händler, die ihren Lebensunterhalt in der Fremde suchten. Aus dieser Zeit stammt der Spitzname „Frickhöfer Kochlöffel“. Die Herstellung geschnitzter Kochlöffel blühte. Sie wurden sogar in der Schweiz, in Frankreich und in Russland vertrieben.

1866 war für Deutschland ein denkwürdiger Tag. Der Krieg zwischen Preußen und Österreich wurde zugunsten Preußens entschieden. Das mit Österreich verbündete Herzogtum Nassau wurde von Preußen annektiert. Von nun an gehörte Frichofen zum Regierungsbezirk Wiesbaden der mit dem Regierungsbezirk Kassel die preußische Provinz Hessen-Nassau bildete. Die Frickhöfer wären gerne Nassauer geblieben, einige wanderten sogar aus, um nicht den Eid auf den König schwören zu müssen. Die beiden Brüder Klein hatten den Eid verweigert und wurden zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Da zog die Mutter der Eidverweigerer nach Bad Ems, wo der König zur Kur weilte und warf sich ihm zu Füßen. In einem Gnadenakt wurde das Urteil gemildert. Die Amnestie erfolgte, als sich die Brüder Klein freiwillig zum Kriegsdienst meldeten. Einer der beiden Brüder war später Polizeidiener in Frickhofen und wurde „der Tell“ genannt.

Der deutsch-französische Krieg berührte die Heimat nicht unmittelbar. Er forderte keine Hand- und Spanndienste, noch Fourage. Schulkinder sammelten Charpie zur Herstellung von Verbandsmaterial.

1872 wurde der Krankenunterstützungsverein in Frickhofen gegründet, der mit den Mitgliedsbeiträgen die Kranken unterstützte. Zwei Jahre später wurde die Bahnlinie Hadamar-Westerburg-Altenkirchen projektiert. Aber erst 1886 fuhr die erste Eisenbahn mit Dampflok diese Westerwaldstrecke. Sie wurde mit Girlanden am Stationsgebäude empfangen. Die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke war für die Anliegerdörfer von großer Bedeutung. Sie erschloß den Westerwald und trug dadurch zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. 1885 wurde der MGV „Eintracht“ gegründet, der 1985 sein 100. Jubiläum feiern kann. 1889 zählte Frickhofen 266 Haushaltungen und 1.395 Einwohner.

Am 10.2.1892 wurde der Kriegerverein unter dem Vorsitz von Jakob Schneider gegründet, zwei Jahre später die Freiwillige Feuerwehr. Kommandant war Bürgermeister Georg Staudt, 1. Hornist „Bills Grußer“ (Jakob Hartmann).

1900 fanden Arbeiter auf dem Blasiusberg die Fundamente eines Pfarrhauses. Bei der Freilegung wurden Schüsseln, Teller, Waffen und Leuchter gefunden. In diesem Jahr wurde der Verein „Reisende nassauische Handelsleute“ in Frickhofen aus der Taufe gehoben. 1. Vorsitzender J. J. Jung. Diesem Verein gehörten alle reisenden Händler aus Frickhofen und Umgebung an, die jährlich nach Beendigung der Reisesaison ein Fest feierten und dazu alle Einwohner einluden. Kurze Zeit später erhielt Frickhofen eine Straßenbeleuchtung (Petroleum-Laternen) und eine Wasserleitung wurde im Niederdorf, in der Hinter- und Bahnhofstraße verlegt.

1905 wurde der Bau des Schwesternhauses in der Egenolfstraße, an den sich ein Kindergarten anschließt, fertiggestellt. In dem kleinen Kloster fanden die „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ aus Dernbach Aufnahme. 1906 erhielten zwei Steinbruchunternehmen die Abbaugenehmigung für Basalt von der „Heide“ bis zur „Bruchheck“.

1910 wurde der Turnverein „Jahn“ unter Vorsitz von Johann Reichwein gegründet und der „Verschönerungsverein“ von Rektor Alfons Heinzmann ins Leben gerufen. Im gleichen Jahre fand das Kriegerdenkmal (1870/71), vor dem Haus Josef Schardt (Weiercowese) seine Weihe. Das Denkmal wurde leider vor dem 2. Weltkrieg abgerissen. An der Limburger Straße wurde der neue Friedhof eingesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Die Chronik weiß 1910 von einem Großfeuer in Frickhofen zu berichten. Fünf Häuser und vier Scheunen fielen den Flammen zum Opfer. Die Obdachlosen fanden bei Verwandten Unterkunft. Zwei Jahre später fand der erste Spatenstich zum Neubau einer neuen Volksschule auf dem alten Totenhof an der Bahnhofstraße statt und der Katholische Jünglingsverein wurde gegründet.

Der 1. Weltkrieg (1914 – 1918) fügte dem Dorf den Verlust vieler wertvoller Menschen zu. Von den Daheimgebliebenen forderte er Verzicht und Entbehrung. Doch spielte sich das eigentliche Kriegsgeschehen fern der Heimat ab. In den Tagen der Mobilmachung rollten Tag und Nacht Militärtransporte durch das Dorf. Frauen begleiteten ihre Männer und Söhne zum Bahnhof und nahmen bewegten Abschied. Über zwei Millionen Deutsche starben den Heldentod, davon ruhen mehr als 1,5 Millionen in fremder Erde. Aus Frickhofen kehrten 75 Soldaten nicht mehr in die Heimat zurück. Ihnen zum Gedächtnis errichtete der Geselligkeitsverein „Fidelio“ Frickhofen auf dem Friedhof an der Limburger Straße ein Ehrendenkmal.

1919 wurden wegen der herrschenden Wohnungsknappheit Schulsäle im heutigen Rathaus zu Wohnungen umgebaut. 1920 wurde der Theaterclub „Frigga“ unter Anton Schardt (Lenke) gegründet und zeichnete sich durch Theaterveranstaltungen und andere kulturelle Beiträge aus. 1921 herrschte die größte Trockenperiode des Jahrhunderts. Im kommenden Jahr erhielt die Martinuskirche neue Glocken. Eine Drahtseilbahn vom Steinbruch am Blasiusberg zur Dolerit-Basalt AG am Waldmannshäuser Weg beförderte Basaltmaterial zur Verladung in Eisenbahnwaggons. 1923 war ein typisches Inflationsjahr. Die Preise stiegen in die Milliarden. Um einen Anzug einkaufen zu können, musste man das Papiergeld mit einem Koffer transportieren. 1925 wurde der Sportverein Frickhofen gegründet und Pfarrer Heinrich Egenolf feierte sein goldenes Priesterjubiläum. Unter dem Vorsitz von Albert Brast wurde der Wanderclub „Bergeslust“ gegründet. 1927 wurde im Schwesternhaus eine Nähschule errichtet, der Schützenverein erbaute im „Eichenwald“ ein Schützenhaus mit Schießstand und unter Josef Stahl feierte der „Verein der Musikfreunde“ sein Gründungsfest. 1928 gründete der Rektor Alfons Heinzmann eine Sanitätskolonne des Deutschen Roten Kreuzes. 1930 herrschte überall im Lande große Arbeitslosigkeit, die sich im nächsten Jahr noch steigerte. Über 10 politische Parteien waren in Frickhofen vertreten. Viele Familien erhielten in dieser Zeit nur 3 Mark für den Lebensunterhalt aus der Arbeiterwohlfahrt. Freiwillige Arbeitslose bauten 1931 die Friedensstraße aus.

1933 begann eine neue politische Ära. Adolf Hitler wurde Reichskanzler. Der MGV „Eintracht“ führte das Theaterstück „Hilde von der Donarburg“ von Lehrer Ferdinand Stähler auf. In diesem Jahr war ein starker Fremdenverkehr zu verzeichnen, der Blitz schlug in die mächtige 1000jährige Linde, links neben dem Kreuz auf dem Blasiusberg ein. Alle Versuche, dieses Naturdenkmal zu retten, scheiterten. 1935 gründete der spätere Bürgermeister Viktor Stähler einen Obst- und Gartenbauverein und eine Freibadeanstalt wurde unter der Dornburg errichtet.

1939 brach der 2. Weltkrieg (1939 – 1945) aus. Lebensmittelkarten wurden eingeführt, alles wurde zwangsbewirtschaftet. Mit dem Slogan „Alle Räder rollen für den Sieg“ wurde die gesamte deutsche Wirtschaft für Zwecke der Wehrmacht umgerüstet. Frickhofen bekam Einquartierungen, Kraftfahrzeuge und Pferde wurden requiriert. Durch unsere Straßen rollten Panzer, LKWs und Geschütze. Die Eisenbahn beförderte Soldaten an die Westfront. Man rechnete mit einem baldigen Sieg. Die Maginotlinie wurde überrannt, Paris im Triumphzug besetzt. 1941 wurden die Glocken der Martinuskirche zum Einschmelzen abgenommen. Immer enger wird die Zwangsbewirtschaftung; Luftschutzbunker werden gebaut, die Keller der Häuser gegen Bombensplitter geschützt. Anfang 1945 werfen US-Flugzeuge Bomben ab. Ihr Ziel war der Bahnhof und das Niederdorf. Die Häuser Schultheiß und Erl wurden stark beschädigt. Dann erfolgte der Rückzug der deutschen Truppen. Hinter ihnen folgten Panzer- und Infanterieeinheiten der Amerikaner. Am 26.3.1945, 24.00 Uhr wurde Frickhofen kampflos besetzt. In diesem mörderischen Krieg mussten 119 Frickhöfer Bürger ihr junges Leben lassen; 38 wurden vermisst.

1946 kamen Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und wurden zunächst im Saal der ehemaligen Gastwirtschaft Karl Heep (Bahnhofs Karl) notdürftig untergebracht. Im Laufe der Zeit fanden sie Privatunterkünfte und fügten sich in das Dorfleben ein.

Am 20.6.1948 wurde eine neue Währung eingeführt. Mit 60,- DM „Kopfgeld“ als Start mussten sich die Bürger einschränken. Doch bald wurde die deutsche Wirtschaft angekurbelt, man konnte für Geld wieder alles kaufen. Es ging aufwärts und mit der Kaufkraft der neuen DM stieg der Lebensstandard.

Im Laufe der Zeit heilten die Wunden des Krieges, die Wohnungsnot wurde gebannt, der Herbstmarkt durch Josef Brötz wieder eingeführt und der Karnevalverein entsann sich seiner Aufgaben. Unter Präsident Ferdinand Strieder wurde 1948 der erste Nachkriegs-Umzug durch die Ortsstraßen durchgeführt. Alfons Noll war Karnevalsprinz. Mehr als 6.000 Besucher säumten die Ortsstraßen und jubelten dem Prinz und seinem Gefolge zu.

Der Lebensstandard stieg in den folgenden Jahren unaufhaltsam. Unsere Wirtschaft blühte und die Arbeitslosigkeit war gebannt. Überall entstanden Wohnhäuser, Fabriken wurden gebaut und die Jugend fand Betätigung in den kultur- und sporttreibenden Vereinen.

1969 wurde die Mittelpunktschule „St. Blasius“ in Frickhofen errichtet. Hier unterrichten 36 Erzieher fast 800 Kinder, die sich eine grundlegende und weiterführende Bildung erarbeiten.

Am 1.5.1969 wurde Paul Arens als Bürgermeister in Frickhofen eingeführt. Unter ihm erfolgte der Zusammenschluß zur Großgemeinde Dornburg (1971 – 1974). Er ist der erste Bürgermeister der Großgemeinde.

In den ersten 10 Jahren (1974 – 1984) wurden zur Verbesserung der Wasserversorgung der Ohleborn erschlossen, die Quelle im Steinborn gefasst, zwei Hochbehälter und eine Wasseraufbereitungsanlage errichtet und eine Verbundleitung für Wasserzuführung von Langendernbach verlegt. „Vor Mattalehn“ und „In den Olengärten“ entstanden Neubaugebiete. Gewerbe- und Industriegebiet „Im Eichenwald“ wurde Handwerks- und Industrieunternehmen zur Verfügung gestellt. Der Aus- und Neubau von Straßen, Wegen und Plätzen folgte: Ringstraße, Flurstraße, Blasiusstraße, Im alten Hof, Akazienweg, Ulmenweg, Nebenanlagen in der Dorchheimer Straße und der Friedenstraße, sowie Teile der Egenolfstraße. Parkplätze entstanden bei der Kirche und nahe der Schreinerei Schneider. Im Rahmen des Straßenausbaues wurden auch die Bürgersteige erneuert und die Kanalisation vervollkommnet.

Der Kindergarten an der Egenolfstraße erfuhr eine Erweiterung, in Ellar entstand eine Sozialstation, die unsere Bürger mitbetreut und Altenfahrten, Altentage und Seniorenkreise entstanden. Die Gemeinde übernahm die Sportanlage des TuS und eine Tennisplatz entstand in der Sportanlage am Schwimmbadweg. Nahe dabei errichtete der Tennisclub ein Tennisheim und Tennisplätze. Unter der Dornburg wurde eine Grillhütte errichtet, die sich guten Zuspruchs erfreut (jährlich mehr als 100 Gemeinschaftsfeiern in der Hütte). Am Blasiusberg und nahe der Eisstollen wurden Waldparkplätze angelegt. Die Freiwillige Feuerwehr Frickhofen erhielt ein neues Löschfahrzeug und das Freibad wurde renoviert und mit Umwälzanlage und Heizmöglichkeit ausgestattet. Die Friedhofshalle in Frickhofen erfuhr eine Erweiterung, die Friedhofsanlage wurde vergrößert. Nebenher liefen Maßnahmen für die Intensivierung des Fremdenverkehrs, die Eingrenzung der Mülldeponie, Bus-Wartehallen wurden errichtet, die Straßenbeleuchtung erweitert und der Kirmesplatz vom Marktplatz wieder in den Dorfmittelpunkt verlegt.

Von 1981 – 1985 wurden die Egenolfstraße, Waldstraße und Bahnhofstraße ausgebaut und mit Kanal- und Wasserleitung neu versehen. Der III. Bauabschnitt der Sportanlage fand seine Vollendung. Auf dem ehemaligen Platz der Volksschule an der Bahnhofstraße ist eine Bürgerhaus im Bau und unterhalb des Dorfes entstand eine moderne Kläranlage.

Im Jubiläumsjahr des MGV „Eintracht“ 1985 kann man objektiv feststellen, dass sich die Struktur Frickhofens grundlegend geändert hat. Die Bezeichnung „armes Westerwalddorf“ lebt nur noch in der Erinnerung. Die Erschließung durch Eisenbahn und moderne Verkehrswege unterstützten den Aufschwung. Von einer gewissen bürgerlichen Wohlhabenheit zeugen nicht nur Kirche, Schule, Handwerks- und Industriebetriebe, sondern auch neue und moderne Wohnhäuser, die individuellen Sinn für Schönheit und Harmonie verraten. Die Gäste Frickhofens empfinden wohltuend die Geborgenheit in den Wohnstuben und freuen sich über den freundlichen Gruß der Bewohner.

Daß die Bürgerschaft sich auch viel Sinn für Geselligkeit und die Pflege schöner Künste bewahrt hat, beweist der Kranz zahlreicher Vereine, Gruppen und Clubs. Spiel, Gesang und Musik werden ebenso gepflegt, wie die körperliche Ertüchtigung.

Aus dem ehemals rein ländlichen Dorf hat sich eine Gemeinde mit städtischem Charakter entwickelt, die den Anschluß an das Moderne und Fortschrittliche nicht verpasst hat. Ausgedehnte Waldflächen und baumbestandene Wege machen das Wandern in Frickhofen zum Vergnügen, zumal auch Rastplätze mit Bänken oder Schutz- und Grillhütten zum Verweilen einladen. Schwimmgelegenheit, Tennis-, Fußballplätze und eine Minigolfanlage laden zum Fitnesstraining ein. Die Landschaft selbst ist vielgestaltig, abwechslungsreich, gegensätzlich und interessant.

Allen, die uns zum 100jährigen Jubiläum besuchen, wünschen wir einige frohe und unbeschwerte Tage, viel Vergnügen bei unseren Veranstaltungen und eine schöne Erinnerung an Menschen und Landschaft am Blasiusberg.

MGV "Eintracht" Frickhofen 1885 e. V. -
as from April 2017

 

The male choral society "Eintracht Frickhofen" was founded in 1885. The club started with 26 singers when a teacher of the local school, Mr. Hannappel, works as the conductor. Nearly 10 years ago there was already established the "Catholic Men's Association – St. Josef" – 19 young men who sung mainly in church as well as in secular events. So this club can be seen as the predecessor of our choral society.

As early as 1891, the first flag was procured. Meanwhile another teacher of the local school, Mr. Grimm, had taken over the conductor's post. The club grew up and in 1893 it had nearly 40 active singers.

But the members of our club didn’t only take care in singing, they also were engaged in theatrical performances. So in 1894 theater was performed with great success on the second Christmas day – the first of a lot of following performances.

As a member of the regional organization "Nassauischer Sängerbund" the club also took part in events in the closer and wider surroundings. In the 90s, the members participated at singing festivals in Elz, Montabaur, Weroth and Limburg and a competition in Dehrn.

Due to professional transfers in the following years the conductors post shifted in 1892 to Mr. Hamann and 1897 to former teacher and later schoolmaster Alfons Heinzmann. He was allowed to lead the choir as conductor for 28 years (until 1935). Soon the association under Heinzmann took an unprecedented boom – but First World War put it to a quick end. Seven singers unfortunately did not return from the war.

It took up to January 15th, 1919, to start again with singing lessons and within the next few years the number of active singers increased up to 90. Also the earlier tradition of theater playing was renewed – especially to the fact that there was a new building with a great hall and a stage available in the village. These rooms also made it possible to approach larger pieces such as operas and operettas.

Also the club was very successful at singing contests in the following years. 1924 the Frickhofen singers achieved the first prize and first class prize (against strong competition) in Elz. In 1925 the club also achieved a great success in the national competition in Dehrn. In the following three years, the association also participated in several competitions and won first prizes.

Regarding the theatrical performances the club decided to perform Oberammergau Passions in Frickhofen. The initiator Anton Schardt, 120 contributors and an indefatigable rehearsal made it possible that the first performance of this world-famous act took place during the fasting period in 1926. During the following years the MGV was well known far beyond the domestic borders for performing plays, operas and operettas (e.g. "Jungfrau von Orleans", "Willhelm Tell", "Der Freischütz" and "Der fidele Bauer").

Then in the 30s economic crisis and the upcoming Nazi dictatorship restricted the activities of our club. The visit of competitions was suspended for several years. Due to the general conscription and service obligations there were not enough players available, so it was no longer possible to play the theater. So in 1935 the 50th anniversary was celebrated in a small interior event. In the same year the chairman Anton Schmidt resigned his position - his successor was Georg Laux. Also Mr. Heinzmann resigned after 28 from years his post as conductor – he was followed by Mr. Willi Schmidt.

After Hitler attacked Poland  - which led to World War II – it got even harder to continue the clubs activities. From 1942 to 1946 came the club life completely to the stand. Worst of all: 24 singers did not return from the war.

In 1946 the MGV started again with regular singing lessons and during the following years the club flourished and prospered magnificently. Many successful concerts, visits of competitions with best results, the second performance of the Oberammergau Passions 1951, the performance of the operetta "Schwarzwaldmädel", the fairy - tale opera "Hänsel und Gretel" and the singing play "Dreimäderlhaus" testify to a high performance level of the association.

In 1955 there was another important personal change in the club history: Due to health reasons Willi Schmidt resigned as conductor of the choir and his was followed by Josef Schlitt, who successfully led the club for many years. He was a professional musician, teacher and bandleader with an excellent musical education who worked for 33 years as conductor of our club.

1960 was the year of the 75th anniversary of the MGV. If you could not celebrate the 50th anniversary, you wanted to organize a big party. There was held a 3 days festival involving 21 clubs from near and far.

The following years were again characterized by theater performances: In 1961 the Oberammergau Passions were performed for the third time. Under the musical direction of the conductor Josef Schlitt were also performed in the following epoch operettas like: "Csardasfürstin", "Maske in Blau", "Gräfin Mariza", "Bettelstudent" (1965) and "Fledermaus" (1968).

The 1960s and 1970s brought a lot of changes in political and social development. The MGV "Eintracht" was also exposed to this general trend: Especially the young generation was no longer attracted by traditional associations. So the number of active singers decreased slowly and theater performances were no longer possible.

During the seventies many big concerts in and outside Frickhofen, a big success in the Siegen contest (with the first prize at the compulsory choir and the second prize at the Volkslied) gave the club and its conductor testimony of their abilities. Not to be missed are the excellent carnival events in Schlitt’s hall, which attracted many visitors from abroad to Frickhofen. In 1975, the club celebrated its 90th anniversary with a large festival concert. With folk songs, opera and operetta melodies, but also musical and pop music, the association once again testified of its universal performance. Not to be missed is the great "Robert-Stolz-Evening", which we held twice - in Frickhofen and in the Elz townhall.

The most important event during the eighties was the celebration of the 100th anniversary. Two years of intensive preparations were necessary to celebrate the festivities with the ceremonial act in the newly built townhall of Frickhofen. The jubilee weekend in the large tent on the local market square was celebrated also with a rock and country concert as well as concert and show event representing the abilities of clubs singers as well as other choirs.

In 1987 a long lasting period (33 years) ended when Josef Schlitt resigned as conductor. He was followed by Hugo Schuth, who prepared the choir for a successful participation at contests in the following years. Also the club started for several excursion e.g. to Berchtesgarden and Berlin.

In 1991 there was another change in the position of the conductor: Jens Röth, a 24 years old teacher, was engaged for this post. This was the beginning of a new very successful period for our association. During the last – round about – 25 years the choir participated in a lot of contests – in most cases with extraordinary success.

This positive development was supported by the fact that during the nineties a whole group of young men joined the club, who previously were members of a local youth choir – all of them with a good musical education.

So the relieved choir had some great events like concerts together with Gießen philharmonic orchestra, the Ukrainian choir Oreya and the famous tenor Rene Kollo. During this time the members of the club also built their own rehearsal room – which was used up to 2013, when a new rehearsal room was rehired. (and renovated by the club members).

During this period the MGV participated in a lot of contests with excellent success – for instance: international choir contest in Lindenholzhausen 2001 and 2011, 10th Hessian choir contest 2001 and Praga Cantat 2014 – and a lot of other contests.

For its 110th anniversary the club started a project and prepared a series of contests for sacred choir music. It first took place in the local parish church “St. Martin” October 2005. It was repeated in 2010 and 2015. These contests were – all three times - participated by more than 30 choirs and more than 1000 singers.

Actually the choir counts 55 singers with an average of 45 years. So the MGV is looking forward to future success.

MGV "Eintracht" Frickhofen 1885 e. V. -
as from April 2017

 

The male choral society "Eintracht Frickhofen" was founded in 1885. The club started with 26 singers when a teacher of the local school, Mr. Hannappel, works as the conductor. Nearly 10 years ago there was already established the "Catholic Men's Association – St. Josef" – 19 young men who sung mainly in church as well as in secular events. So this club can be seen as the predecessor of our choral society.

As early as 1891, the first flag was procured. Meanwhile another teacher of the local school, Mr. Grimm, had taken over the conductor's post. The club grew up and in 1893 it had nearly 40 active singers.

But the members of our club didn’t only take care in singing, they also were engaged in theatrical performances. So in 1894 theater was performed with great success on the second Christmas day – the first of a lot of following performances.

As a member of the regional organization "Nassauischer Sängerbund" the club also took part in events in the closer and wider surroundings. In the 90s, the members participated at singing festivals in Elz, Montabaur, Weroth and Limburg and a competition in Dehrn.

Due to professional transfers in the following years the conductors post shifted in 1892 to Mr. Hamann and 1897 to former teacher and later schoolmaster Alfons Heinzmann. He was allowed to lead the choir as conductor for 28 years (until 1935). Soon the association under Heinzmann took an unprecedented boom – but First World War put it to a quick end. Seven singers unfortunately did not return from the war.

It took up to January 15th, 1919, to start again with singing lessons and within the next few years the number of active singers increased up to 90. Also the earlier tradition of theater playing was renewed – especially to the fact that there was a new building with a great hall and a stage available in the village. These rooms also made it possible to approach larger pieces such as operas and operettas.

Also the club was very successful at singing contests in the following years. 1924 the Frickhofen singers achieved the first prize and first class prize (against strong competition) in Elz. In 1925 the club also achieved a great success in the national competition in Dehrn. In the following three years, the association also participated in several competitions and won first prizes.

Regarding the theatrical performances the club decided to perform Oberammergau Passions in Frickhofen. The initiator Anton Schardt, 120 contributors and an indefatigable rehearsal made it possible that the first performance of this world-famous act took place during the fasting period in 1926. During the following years the MGV was well known far beyond the domestic borders for performing plays, operas and operettas (e.g. "Jungfrau von Orleans", "Willhelm Tell", "Der Freischütz" and "Der fidele Bauer").

Then in the 30s economic crisis and the upcoming Nazi dictatorship restricted the activities of our club. The visit of competitions was suspended for several years. Due to the general conscription and service obligations there were not enough players available, so it was no longer possible to play the theater. So in 1935 the 50th anniversary was celebrated in a small interior event. In the same year the chairman Anton Schmidt resigned his position - his successor was Georg Laux. Also Mr. Heinzmann resigned after 28 from years his post as conductor – he was followed by Mr. Willi Schmidt.

After Hitler attacked Poland  - which led to World War II – it got even harder to continue the clubs activities. From 1942 to 1946 came the club life completely to the stand. Worst of all: 24 singers did not return from the war.

In 1946 the MGV started again with regular singing lessons and during the following years the club flourished and prospered magnificently. Many successful concerts, visits of competitions with best results, the second performance of the Oberammergau Passions 1951, the performance of the operetta "Schwarzwaldmädel", the fairy - tale opera "Hänsel und Gretel" and the singing play "Dreimäderlhaus" testify to a high performance level of the association.

In 1955 there was another important personal change in the club history: Due to health reasons Willi Schmidt resigned as conductor of the choir and his was followed by Josef Schlitt, who successfully led the club for many years. He was a professional musician, teacher and bandleader with an excellent musical education who worked for 33 years as conductor of our club.

1960 was the year of the 75th anniversary of the MGV. If you could not celebrate the 50th anniversary, you wanted to organize a big party. There was held a 3 days festival involving 21 clubs from near and far.

The following years were again characterized by theater performances: In 1961 the Oberammergau Passions were performed for the third time. Under the musical direction of the conductor Josef Schlitt were also performed in the following epoch operettas like: "Csardasfürstin", "Maske in Blau", "Gräfin Mariza", "Bettelstudent" (1965) and "Fledermaus" (1968).

The 1960s and 1970s brought a lot of changes in political and social development. The MGV "Eintracht" was also exposed to this general trend: Especially the young generation was no longer attracted by traditional associations. So the number of active singers decreased slowly and theater performances were no longer possible.

During the seventies many big concerts in and outside Frickhofen, a big success in the Siegen contest (with the first prize at the compulsory choir and the second prize at the Volkslied) gave the club and its conductor testimony of their abilities. Not to be missed are the excellent carnival events in Schlitt’s hall, which attracted many visitors from abroad to Frickhofen. In 1975, the club celebrated its 90th anniversary with a large festival concert. With folk songs, opera and operetta melodies, but also musical and pop music, the association once again testified of its universal performance. Not to be missed is the great "Robert-Stolz-Evening", which we held twice - in Frickhofen and in the Elz townhall.

The most important event during the eighties was the celebration of the 100th anniversary. Two years of intensive preparations were necessary to celebrate the festivities with the ceremonial act in the newly built townhall of Frickhofen. The jubilee weekend in the large tent on the local market square was celebrated also with a rock and country concert as well as concert and show event representing the abilities of clubs singers as well as other choirs.

In 1987 a long lasting period (33 years) ended when Josef Schlitt resigned as conductor. He was followed by Hugo Schuth, who prepared the choir for a successful participation at contests in the following years. Also the club started for several excursion e.g. to Berchtesgarden and Berlin.

In 1991 there was another change in the position of the conductor: Jens Röth, a 24 years old teacher, was engaged for this post. This was the beginning of a new very successful period for our association. During the last – round about – 25 years the choir participated in a lot of contests – in most cases with extraordinary success.

This positive development was supported by the fact that during the nineties a whole group of young men joined the club, who previously were members of a local youth choir – all of them with a good musical education.

So the relieved choir had some great events like concerts together with Gießen philharmonic orchestra, the Ukrainian choir Oreya and the famous tenor Rene Kollo. During this time the members of the club also built their own rehearsal room – which was used up to 2013, when a new rehearsal room was rehired. (and renovated by the club members).

During this period the MGV participated in a lot of contests with excellent success – for instance: international choir contest in Lindenholzhausen 2001 and 2011, 10th Hessian choir contest 2001 and Praga Cantat 2014 – and a lot of other contests.

For its 110th anniversary the club started a project and prepared a series of contests for sacred choir music. It first took place in the local parish church “St. Martin” October 2005. It was repeated in 2010 and 2015. These contests were – all three times - participated by more than 30 choirs and more than 1000 singers.

Actually the choir counts 55 singers with an average of 45 years. So the MGV is looking forward to future success.


Vereinschronik 1885 – 2015
(Stand: 04. Mai 2015)

Diese Chronik versucht ihnen einen Überblick über das Vereinsleben des MGV „Eintracht“ Frickhofen e.V. 1885 zu vermitteln. Da vor allem aus den ersten Jahren unserer 125-jährigen Vereinsgeschichte nur lückenhafte Aufzeichnungen vorliegen, kann der nachfolgende Text keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit erheben.

Gründerzeit bis zum 1. Weltkrieg

Nach einem 1877 aufgenommenen und in den Vereinsunterlagen vorhandenen Bild, wurde 1875 ein „Katholischer Männerverein – St. Josef“ gegründet, in dem sich 19 junge Männer unter dem damaligen Hauptlehrer Schandry zusammenfanden, um hauptsächlich bei kirchlichen, aber auch bei weltlichen Anlässen in Frickhofen zu singen. Es wird überliefert, dass die paar Männer es sehr schwer hatten, das zarte Pflänzchen „Gesangverein“ am Leben zu erhalten. Mit handgeschriebenen Noten begann man damals mit der Probenarbeit. In den 80er Jahren wurde dieser „St. Josef – Verein“ aufgelöst und, nachdem noch einige sangeswillige Männer dazugekommen waren, dem Verein der neue Namen „Katholischer Männergesangverein“ gegeben.

Als Gründungsjahr wurde das Jahr 1885 festgelegt. Es existiert leider kein Gründungsprotokoll, auch fehlen die Aufzeichnungen im Protokollbuch bis 1890. Die handschriftlich gefertigten und von allen Mitgliedern unterschriebenen Statuten (heute: Satzung) liegen uns jedoch im Original vor, und weisen eindeutig das Jahr 1885 als Gründungsjahr des MGV aus.

 

Mit 26 aktiven Sängern entfaltete sich unter Lehrer Hannappel ein reges Vereinsleben. Schon 1891 wurde die erste Fahne angeschafft. Inzwischen hatte Herr Lehrer Grimm den Dirigentenposten übernommen. Hierfür bekam er aus der Vereinskasse ein Gehalt von 10 Mark gezahlt – die Sänger zahlten einen Monatsbeitrag von 15 Pfennig. Der Verein wuchs und hatte bereits 1893 fast 40 aktive Sänger. Neben der Pflege des Gesangs machte man sich auch daran, mit Theaterspielen das kulturelle Leben in Frickhofen zu bereichern. Andererseits wurde mit dem Theaterspielen die sonst magere Vereinskasse etwas aufgefüllt. In den kommenden Jahren wurde immer am 2. Weihnachtstag ein Theaterstück mit großem Erfolg aufgeführt.

Als Mitglied im Nassauischen Sängerbund nahm der Verein auch regen Anteil an Veranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung. So besuchte man in den 90er Jahren Sängerfeste in Elz, Montabaur, Weroth und Limburg und einen Wettstreit in Dehrn. Als Herr Lehrer Grimm 1902 nach Wiesbaden versetzt wurde, übernahm der damalige Bahnhofsvorsteher Hamann den Dirigentenstab. Er war ein begabter Musiker, der viel zu den späteren Erfolgen des Vereins beitrug. Leider wurde auch er fünf Jahre später nach Siegburg versetzt, und man musste erneut einen Dirigenten suchen. Diesen fand man in dem damaligen Junglehrer und späteren Rektor Alfons Heinzmann. Ihm war es vergönnt, 28 Jahre (bis 1935) den Dirigentenstab zu führen. Bald nahm der Verein unter Heinzmann einen ungeahnten Aufschwung, dem der erste Weltkrieg ein schnelles Ende setze. Sieben Sänger kehrten leider nicht mehr aus dem Krieg zurück.

Zwischen den Weltkriegen

Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Anton Schmidt (28 Jahre führte er den Verein) fanden sich am 15. Januar 1919 die Sänger wieder zusammen, um mit großer Begeisterung die Proben fortzusetzen. Diese Entwicklung führte dazu, dass in kürzester Zeit die Zahl der Sänger auf 90 anstieg. Das bisherige Vereinslokal beim Gastwirt Adolf Giesendorf (das spätere Café Bock) wurde 1921 wegen unzureichender Räumlichkeiten und Fehlen eines Übungsinstrumentes in das Gasthaus Schüller verlegt. Man erinnerte sich auch der früheren Tradition des Theaterspielens. In dem inzwischen erbauten Saal Schlitt standen eine ausreichend große Bühne und genügend Plätze für die Zuschauer zur Verfügung. Diese Räumlichkeiten machten es nun auch möglich, sich an größere Stücke, wie Opern und Operetten, heranzuwagen. Unvergesslich bleiben hier die Namen Anton Schardt (Lenke), Jakob Zwenger, Ferdinand Strieder und Georg Laux. Bereits am 29.06.1924 war es möglich, die Leistungen des Chores bei einem Gesang-Wettstreit in Elz unter Beweis zu stellen. Gegen starke Konkurrenz erreichten die Frickhöfer Sänger den 1. Ehrenpreis und den 1. Klassenpreis. Einen großen Erfolg erzielte der Verein auch beim nationalen Wettstreit in Dehrn, am 26.06.1925. Folgende Preise wurden errungen: In der ersten Landesklasse den 2. Klassenpreis, den 1. Ehrenpreis, den höchsten Ehrenpreis und den Dirigentenpreis. Den Höhepunkt stellte der vom 1. Reichspräsidenten Friedrich Ebert gestiftete Pokal dar, den die Frickhöfer Sänger mit Stolz entgegennahmen. Der Jubel war groß, und die Sänger wurden unter dem Geleit der Bevölkerung und den Klängen einer Kapelle ins Dorf geführt. Auch in den folgenden drei Jahren beteiligte sich der Verein an Wettstreiten und errang immer wieder erste Preise. Zu Beginn des Jahres 1926 wurde ein ganz besonderes Ereignis für den Verein sichtbar. Man hatte sich entschieden, die Oberammergauer Passionsspiele in Frickhofen aufzuführen. Der Initiator Anton Schardt, 120 Mitwirkende und eine unermüdliche Probenarbeit machten es möglich, dass am 2. Fastensonntag 1926 die erste Aufführung dieses weltberühmten Schauspiels über die Bühne ging. Durch den enormen Andrang an Besuchern wurden 9 Aufführungen bei ausverkauftem Haus erforderlich. Frickhofen und der MGV wurden weit über die heimischen Grenzen bekannt. Der Verein stellte sich vielen Aufgaben – Besuch und Veranstaltung von Konzerten, Teilnahme an mehreren Wettstreiten, Aufführungen von Theaterstücken, Singspielen und Operetten (z.B. „Die Jungfrau von Orleans“, „Wilhelm Tell“, „Der Freischütz“ und „Der fidele Bauer“).

 

In den beginnenden 30er Jahren stellte sich dann eine wirtschaftliche Flaute ein, die auch vor dem MGV nicht Halt machte. Es musste gespart werden. Der Besuch von Wettstreiten wurde vorläufig eingestellt. Durch die allgemeine Wehrpflicht und Dienstverpflichtungen standen nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung, so dass es nicht mehr möglich war, Theater zu spielen.

Das Jahr 1935 wäre das Jahr des großen 50-jährigen Jubiläums gewesen. Durch die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit war dies jedoch nicht möglich. Deshalb beging man die Feier im kleinen, vereinsinternen Rahmen im Saal Schüller. In diesem Jahr legte der Vorsitzende Anton Schmidt sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Georg Laux. Aus gesundheitlichen Gründen legte auch Rektor Heinzman nach 28 Jahren sein Amt nieder. Ihm folgte Herr Willi Schmidt in der musikalischen Leitung des Vereins. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde auch Herr Schmidt zum Kriegsdienst eingezogen, und die gesangliche Tätigkeit der Vereins musste zunächst ruhen.

In den Jahre 1939 – 1942 wurde unter Leitung von Heinrich Kurtenacker mit einigen älteren Sängern, die vom Kriegsdienst verschont waren, wieder gesungen. Von 1942 – 1946 kam dann das Vereinsleben ganz zum Erliegen. 24 Sänger kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück.

Nach dem zweiten Weltkrieg

Erst 1946 erwachte dann der Verein unter dem Vorsitzenden Georg Laux und Ehrenvorsitzenden Anton Schmidt wieder zu neuem Leben. Als Heinrich Kurtenacker aus beruflichen Gründen 1947 von Frickhofen wegging, übernahm Herr Willi Schmidt wieder die Stabführung im Verein. Im gleichen Jahr verstarb jedoch der Vorsitzende Georg Laux. Zu seinem Nachfolger wurde Josef Zimmermann gewählt. Unter seinem Vorsitz und der musikalischen Leitung von Willi Schmidt blühte und gedieh der Verein prächtig. Viele erfolgreiche Konzerte, Besuche von Wettstreiten mit besten Ergebnissen, die 2. Aufführung der Passionsspiele 1951 (14 Vorstellungen), die Aufführung der Operette „Schwarzwaldmädel“, der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ und des Singspiels „Dreimäderlhaus“ zeugen von einem hohen Leistungsniveau des Chores.

Erwähnt werden soll auch eine alte Sängerfreundschaft mit dem MGV „Eintracht“ Rheydt-West-Schrievers. Pfingsten 1952 waren die Rheydter mit 110 Personen in Frickhofen (60 Sänger). Im September des gleichen Jahres unternahmen die Frickhöfer mit 125 Personen (70 Sänger) den Gegenbesuch in Rheydt. Mit Gemeinschaftskonzerten, gemütlichem Beisammensein und viel Freude wurden diese Begegnungen ein Fundament, dass diese Freundschaft bis heute erhalten hat.

Im Januar 1955 legte der langjährige Dirigent Willi Schmidt aus Gesundheitsgründen den Dirigentenstab nieder, und man fand recht bald einen geeigneten Ersatz in Josef Schlitt, der den Verein viele Jahre erfolgreich leitete. Schlitt, der die Musik als Beruf erwählt hatte, durch eine vorzügliche Ausbildung ging, und sein Wissen und Können als Militärmusiker vertiefen konnte, war der geeignete Mann, das kulturelle Erbe des Vereins weiterzuführen. Der Vorsitzende Josef Zimmermann leitete den Verein bis 1959; dann legte er die Geschicke des MGV in die Hände seine bisherigen Stellvertreters Georg Größchen.

Die sechziger Jahre

Josef Zimmermann wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 1960 war das Jahr des 75. Jubiläums des MGV. Konnte man schon das 50. Jubiläum nicht feiern, so wollte man nun ein großes Fest veranstalten. Den Verantwortlichen, besonders dem damaligen 2. Vorsitzenden Toni Breithecker war es zu verdanken, dass der Plan Wirklichkeit wurde. Unter der Schirmherrschaft von Rektor Heinzmann wurde vom 16. – 18. Juli 1960 neben den üblichen Festaktivitäten ein großer Wettstreit durchgeführt, an dem 21 Vereine aus Nah und Fern teilnahmen. Ein glanzvoller Festzug durch die Straßen des Dorfes verlieh dem Fest einen besonderen Höhepunkt.

Sowohl unter dem Vorsitz Zimmermanns, als auch besonders unter seinem Nachfolger Georg Größchen, der ja ein Theatermann mit Leib und Seele war, wurden große musikalische Bühnenwerke bis zur vollendeten Reife Wirklichkeit. Unter der musikalischen Leitung des Dirigenten Josef Schlitt wurden in der folgenden Epoche in Frickhofen aufgeführt: „Die Csardasfürstin“, „Maske in Blau“, „Gräfin Mariza“.

Im Jahre 1961 wurden die Passionsspiele zum dritten Male aufgeführt. Hierbei zeigte sich große Leistung, langjährige Erfahrung, und unermüdliche Arbeit und ein beispielhaftes Engagement aller Beteiligten. Da für die Passionsspiele sehr viele Mitwirkende gebraucht wurden, war man froh, im Theaterclub „Frigga“ und im Kirchenchor „St. Martin“ Unterstützung zu finden. Frickhofen war weithin als Theaterdorf bekannt. Namhafte Kritiker bescheinigten dem MGV einen sehr hohen Leistungstand. In der Generalversammlung 1965 legte dann Georg Größchen aus Alters- und Gesundheitsgründen den Vorsitz nieder. Auf allgemeinen Wunsch wurde er wegen seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Gerhard Schardt. Er leitete den Verein drei Jahre lang, musste jedoch bereits in der Generalversammlung 1968 den Vorsitz aus beruflichen Gründen wieder abgeben. Schnell fand man nun in Josef Diefenbach einen Nachfolger. Zwei große Ereignisse müssen an dieser Stelle noch erwähnt werden. Georg Größchen war zwar kein Vorsitzender mehr, beschäftigte sich im Stillen aber intensiv mit dem Gedanken, ob man noch einmal in Frickhofen ein Theaterstück aufführen könnte.

Nach intensiven Beratungen mit dem Dirigenten Josef Schlitt und dem Vorsitzenden Gerhard Schardt wurden dann 1965 die weltbekannte Operette „Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker, und 1968 unter Josef Diefenbach die ebenso bekannte Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß mit großem Erfolg aufgeführt.

Sehr viel Arbeit, musikalisches Können, aber auch große finanzielle Investitionen machten es möglich, dass beide Werke mehrmals wiederholt werden mussten. Trotz der Erfolge vor ausverkauftem Haus wurde diese Tradition nicht mehr fortgesetzt. Hohe Ausgaben für Orchester, Kostümverleih, Aufführungsrechte, etc. pp, aber auch ein von dem Medium Fernsehen verwöhntes Publikum waren die wesentlichen Gründe hierfür.

Seit 1968 leitete nun Josef Diefenbach den Verein, und es gelang ihm gut mit den veränderten Verhältnissen im Vereinswesen fertig zu werden. Auch der MGV „Eintracht“ war einem allgemeinen Trend ausgesetzt; große Teile der jungen Generation zogen sich aus dem Vereinswesen zurück. Für sie gab es auf einmal ganz andere Interessengebiete. Kino, Tanz, Beat usw. waren jetzt „in“.

Die siebziger Jahre
 
Viele große Konzerte in und außerhalb Frickhofens, ein großer Erfolg beim Wettstreit in Siegen (mit dem 1. Preis beim Pflichtchor und dem 2. Preis beim Volkslied) gaben dem Verein und seinem Dirigenten Zeugnis ihres Könnens. Nicht zu vergessen sind die hervorragenden Karnevalsveranstaltungen im Saal Schlitt, die viele Besucher auch von auswärts nach Frickhofen zogen. Durch die Vermittlung unseres Sängers Julius Clausen bahnte sich eine Sängerfreundschaft mit dem Gesangverein von Husby bei Flensburg an. Ebenso pflegten wir eine Freundschaft mit dem MGV „Sängerbund“ aus Oppenau im Schwarzwald. Gegenseitige Besuche fanden mehrmals statt.
 
1975 feierte der Verein das 90-jährige Bestehen mit einem großen Festkonzert. Mit Volksliedern, Opern- und Operettenmelodien, aber auch Musical, Folklore und Schlagermusik, gab der Verein wieder mal Zeugnis seines universellen Leistungsvermögens. Als Josef Diefenbach 1977 den Vorsitz niederlegte, übernahm der bisherige 2. Vorsitzende Werner Nink die Führung des Vereins.
 

Da er jedoch mit seiner Familie in Herborn wohnte, sollte und konnte das nur eine Übergangslösung sein. Auch unter seiner Leitung ging der Vereinsbetrieb in geordnetem Rhythmus weiter. Nicht zu vergessen ist der große „Robert-Stolz-Abend“, den wir zweimal veranstalteten, davon einmal im Elzer Bürgerhaus.

Die achtziger Jahre

In den achtziger Jahren gab es im Verein viele Veränderungen, die zum Teil auch noch heute nachwirken. Nachdem Werner Nink in der Generalversammlung im Januar 1982 aus persönlichen Gründen den Vorsitz abgab, führte Paul Reichwein den Verein zwei Jahre kommissarisch weiter. In der Generalversammlung 1984 konnte dann Hans-Albert Gerz als neuer Vorsitzender gewonnen werden.

Dies geschah noch rechtzeitig in der Vorbereitung zum großen 100-Jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1985. Zwei Jahre intensiver Vorarbeit waren nötig, um am 04.05.1985 mit dem Festakt im neu errichteten Bürgerhaus Frickhofen die Feierlichkeiten unter der Schirmherrschaft des damaligen ZDF-Programmdirektors Alois Schardt (einem gebürtigen Frickhöfer) eröffnen zu können. Das Jubiläumswochenende im großen Festzelt auf dem Marktplatz wurde mit den obligatorischen Freundschafts- und Wertungssingen, einem Festgottesdienst, einem Rock- und Countrykonzert sowie einem unvergesslichen Bunten Abend begangen, an dem die mittlerweile allseits bekannten „disHarmoniker“, die aus den Reihen des Chores hervorgingen, ihren ersten Auftritt vor großem Publikum hatten. Einmal mehr präsentierte sich der MGV „Eintracht“ als leistungsfähiger und aktiver Verein, was in der Dorfgemeinschaft auch entsprechend honoriert wurde. Die Verleihung der „Zelter-Plakette“ durch den hessischen Ministerpräsidenten krönte ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jubiläumsjahr.

Anfang 1987 kündigte Josef Schlitt altersbedingt seinen Rücktritt vom Dirigentenamt an. 33 Jahre (und damit länger als alle seine Vorgänger) leitete er die musikalischen Geschicke des Vereines mit großem Engagement und mit hohem künstlerischen Sachverstand. Welche Höhepunkte der Vereinsgeschichte mit seinem Namen verbunden sind, kann der Leser der Chronik auf den vorhergehenden Seiten mühelos nachvollziehen. Als Nachfolger konnte der Verein den versierten Chorleiter Hugo Schuth aus Meudt-Dahlen verpflichten. Josef Schlitt wurde auf Grund seiner zahlreichen Verdienste einstimmig zum Ehrendirigenten des Vereins ernannt.

In der Generalversammlung des Jahres 1989 legte Paul Reichwein nach über 20-jähriger Vorstandstätigkeit das Amt des ersten Geschäftsführers aus gesundheitlichen Gründen nieder. Neben all seinen Verdiensten wird besonders sein Organisationstalent bei den Ausflügen des Vereins in Erinnerung bleiben, die den MGV in den achtziger Jahren u.a. ins Berchtesgadener Land oder -unvergessen- ins noch geteilte Berlin führten. Sein Nachfolger wurde Helmut Heep. Mit dem sprichwörtlichen Gespann Hans-Albert Gerz/Helmut Heep war der Verein dann gut aufgestellt für die Veränderungen und Herausforderungen der neunziger Jahre.

Die neunziger Jahre

Das Nebeneinander von alten und jungen Sängern war von jeher ein Gütemerkmal des Vereins gewesen. So konnte zum Beispiel 1990 die über die Grenzen Frickhofens hinaus bekannte MGV-Legende Josef Bausch für 60 Jahre aktives Singen geehrt werden. Der unglückliche Niedergang und die spätere Auflösung der Martinuskantorei Frickhofen erwies sich -überspitzt ausgedrückt- im Nachhinein als Segen für die „Eintracht“. Kamen doch Ende der achtziger/Anfang der neunziger Jahre etliche junge Sänger zum MGV, die bereits eine chorische Ausbildung durchlaufen hatten. So profitiert der Verein bis heute von einer vergleichsweise gesunden Altersstruktur, da es danach auch weiterhin gelang, immer wieder neue junge Sänger für den Chor zu begeistern.

Unter Hugo Schuth wurde nun nach vielen Jahren wieder auf eine Wettstreitteilnahme hingearbeitet. Und bereits 1990 konnten beim Pokalwertungssingen in Ellar alle 2. Preise, und kurz darauf beim Wettstreit in Niederzeuzheim nach langen, langen Jahren wieder einmal alle 1. Preise gewonnen werden. Von den anschließenden Feierlichkeiten mit Autokorso und beflaggtem Vereinslokal erzählen die Teilnehmer noch heute gerne.

1991 erfolgte erneut ein Dirigentenwechsel. Mit dem 24-jährigen Jens Röth aus Löhnberg konnte der Verein einen musikalischen Leiter verpflichten, der mit großem Ehrgeiz daran ging, das dem Verein zur Verfügung stehende stimmliche Potenzial weiter zu entwickeln und zu Erfolgen zu führen. Seinen hohen Qualitätsanspruch suchte er dann auch recht bald unter Beweis zu stellen, indem er den Chor an anspruchsvolle Literatur gewöhnte und mit ihm regelmäßig zu Wettstreiten und anspruchsvollen Konzerten ging. Schon nach wenigen Wettstreiten hatte sich der junge Dirigent mit dem MGV „Eintracht“ Frickhofen einen Namen erarbeitet, und es folgten bis heute zahlreiche Wettstreite, von denen der Verein als Sieger nach Hause fahren konnte. Darüber hinaus war und ist es Jens Röth ein Anliegen, qualitativ hochwertige Konzerte zu veranstalten. So konnten wir 1994 und 1995 das Universitätsorchester Gießen nach Frickhofen holen, 1995 - 1997 war jeweils der internationale Spitzenchor „Oreya“ Zhitomir aus der Ukraine zu Gast.

Da wegen baulicher Veränderungen der traditionelle Probenraum auf der Bühne des altehrwürdigen Saalbaus „Schlitt“ nicht mehr zur Verfügung stand, richtete sich der Verein 1993 mit Hilfe von hunderten unentgeltlichen Arbeitsstunden seiner Mitglieder einen neuen Probenraum in einem Teil des alten Saales ein. Ein Noten- und Abstellraum, neue Stühle und ein neues Klavier rundeten die Räumlichkeiten ab und boten jetzt gute Voraussetzungen für den Probenbetrieb.

Höhepunkt des 110-Jährigen Bestehens im Jahr 1995 war ein Festwochenende (6./7. Mai) mit  Freundschaftssingen sowie einem großen Pokalwettstreit im Bürgerhaus, an dem 29 Chöre teilnahmen. Im gleichen Jahr begann mit großer Unterstützung des MGV „Eintracht“ das Projekt „musikalische Früherziehung“, in dem Georg Schardt bis heute Kinder und Jugendliche an Musik heranführt und für den Gesang begeistert.

1996 besann sich der Verein noch einmal auf seine karnevalistische Vergangenheit und präsentierte zum 111-jährigen Jubiläum eine vielbejubelte närrische Revue. Aus dem Fundus des Vereins wurden Requisiten, Noten, Verkleidungen (und Sänger!) aus alten Tagen hervorgezaubert, und bei der Präsentation des Programms blieb kein Auge trocken.

In den neunziger Jahren führten die Vereinsausflüge nach Oberwarmensteinach/Prag (1991), an den Bodensee (1993), nach Marktoberndorf (1996) und nach Kühlungsborn/Mecklenburg (1998) und dort, wie bei allen geselligen Veranstaltungen der Vereinsfamilie, trug die tolle Mischung aus Alt und Jung dazu bei, dass sich in unserem MGV jeder wohlfühlen kann.

Das neue Jahrtausend

Die ersten zehn Jahre des neuen Jahrtausends waren für den Verein eine sehr bewegte Zeit. Zahlreiche –auch hochkarätige- Wettstreite wurden in dieser Zeit besucht:

In Lindenholzhausen (2001), Dorndorf („Großer Dornburg Pokal“ 2002), Kronau (2006), Horbach (2007), erneut Dorndorf (2007), Alzen (2009) und Hüttenberg (2009) überzeugte der MGV durch hervorragende Ergebnisse und seine unvergleichliche Art zu feiern. Ein besonderes Ereignis war die Teilnahme am 10. Hessischen Chorwettbewerb in Frankfurt (1./2.12.2001), wo wir in der Klasse M2 mit „sehr gutem Erfolg“ teilnahmen.

Unvergesslich bleibt, dass der MGV am 07.Mai 2005 in Chorgemeinschaft mit dem MGV "Frohe Stunde" Weroth beim Harmonie-Festival in Lindenholzhausen den größten Erfolg seiner bisherigen Geschichte erringen konnte: beim internationalen Wettstreit wurde in der Kategorie 5 das Zertifikat in Gold mit dem Prädikat „hervorragender Erfolg“ und damit der Gesamtsieg in dieser Kategorie ersungen. Dieser doch für alle Sänger etwas überraschende Erfolg gegen sehr gute internationale Wettbewerber wurde anschließend ausgiebig zunächst in Lindenholzhausen und dann in Frickhofen gefeiert. Durch das Erringen des Gesamtsieges hatten wir dann die Ehre, beim Preisträgerkonzert am 08. Mai nochmals in Lindenholzhausen auftreten zu können, was ebenfalls in sehr guter Erinnerung bleiben wird.

Auch die Reihe der qualitativ hochwertigen Konzerte wurde fortgesetzt, erinnert sei zum Beispiel an das Konzert des Projektchores des MGV im Herbst, wo einige achtstimmige Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy gesungen wurden, oder das Konzert 2006 in Ellar zusammen mit den renommierten Chören Oreya Zhitomir und der Harmonie Lindenholzhausen, sowie der Gastbesuch eines Chores aus Holland am 23.06.2007 im blau-orange geschmückten Bürgerhaus.

Ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis war das unvergessene Konzert mit dem Startenor Rene Kollo am 13.02.2009 in der Schlosskirche in Weilburg. Das zusammen mit der „Frohen Stunde“ Weroth mitgestaltete Konzert hinterließ bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck. Der internationale Bühnenstar war voll des Lobes für die hochwertige Bereicherung seines Konzertes.

Um das gesellige Miteinander zu pflegen, machte der MGV wieder tolle Ausflüge, so in die französische Metropole Paris im Jahr 2002 und.2006 eine Fahrt nach Brügge, die unter der orts- und sachkundigen Leitung von Dr. Werner Nink zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.

Leider musste die Vereinsfamilie auch von zwei großen Persönlichkeiten des MGV Abschied nehmen:

Im Jahre 2002 verstarb leider unser langjähriger 1. Vorsitzender Hans-Albert Gerz, der über viele Jahre hinweg den Verein überaus erfolgreich geführt und in der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Eines seiner größten Anliegen war es, den Verein zu verjüngen und dadurch für die Zukunft zu rüsten. Dieses hat er auch durch seine integrative Art hervorragend in die Wege geleitet. Sein Vermächtnis ist auch den heutigen Verantwortlichen Ansporn und Verpflichtung. Als neuer 1. Vorsitzender wurde in 2003 einstimmig Andreas Lixenfeld gewählt.

Leider verstarb im Jahr 2005 auch unser 1. Geschäftsführer Helmut Heep. Helmut Heep war jahrelang „Motor und Seele des MGV“. Helmut Heep war unter anderem von 1978-1988 2. Geschäftsführer und seit 1988 1. Geschäftsführer des MGV und erhielt für seine Verdienste 2003 eine Urkunde, den Ehrenausweis des Sängerbundes und die Ehrennadel des MGV verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft im MGV. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Helmut Heep mit Leib und Seele für den MGV gearbeitet und gelebt hat und dabei auch immer von seiner Frau Ursula unterstützt wurde. Helmut Heep wird daher immer einen ehrenvollen Platz im Herzen der Sänger behalten. Nachfolger als 1. Geschäftsführer wurde 2006 Peter Klein.

Das 120-jährige Bestehen feierte der Verein mit einem überaus beeindruckenden sakralen Chorwettbewerb. Dieser fand am 9. Oktober 2005 in unserer Pfarrkirche „St. Martin“ mit 33 Chören, ca. 1000 Sängerinnen und Sängern, statt. Die besondere Atmosphäre der Kirche hinterließ bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck.

Unvergesslich sind die Termine rund um die 1200-Jahr-Feiern von Frickhofen. Hier sei besonders der Dorfabend am 23.05.2009 im Bürgerhaus erwähnt, für dessen Ausrichtung der MGV die Verantwortung übernommen hatte. Der MGV erinnerte an diesem Abend an seine eigene große Vergangenheit, indem er Operettenmelodien der 50-iger und 60-iger Jahre zusammen mit der Kapelle Jupp Schlitt und unter der Leitung von Dr. Bernhard Diefenbach darbot. Dieser Dorfabend war für alle Aktiven und für alle, die Eintrittskarten ergattern konnten, ein außergewöhnliches Erlebnis.

Darüber hinaus nahm der MGV aktiv bei der Historischen Dorfmeile als „Frickhöfer Händler“ teil. Hier gilt Werner Schneider für die Vorbereitung besonderer Dank. Zusätzlich baute der MGV den Nachbau des alten Frickhöfer Rathauses, welches jetzt im Hessenpark zu bewundern ist, an seinem historischen Standort auf. Hier konnten nicht nur Speisen und Getränke erworben werden, sondern man konnte anhand von vielen Bildtafeln auch die Geschichte des MGV verfolgen. Allen Teilnehmern hat diese historische Dorfmeile sehr viel Freude gemacht.

Seit 2010

Das neue Jahrzehnt begann mit den Feierlichkeiten zum 125-Jährigen Vereinsjubiläum. Unter der Schirmherrschaft unseres langjährigen Mitglieds und Vizedirigenten Dr. Bernhard Diefenbach wurde das Jubiläum mit einem akademischen Sonntag eingeleitet. Der große Bunte Abend im ausverkauften Bürgerhaus geriet sozusagen zu einem Familientreffen der Vereinsgeschichte: der Chor sang Ohrwürmer aus den Operettenaufführungen vergangener Zeiten, die Rot-Weißen-Funken, die ihren Ursprung in diesen legendären Auftritten hatten, zeigten farbenfreudige Showtänze, die disHarmoniker unter der Leitung des Schirmherren, die ihren ersten Auftritt beim 100-Jährigen Jubiläum des MGV hatten, ließen die Hits der Comedian Harmonists wieder aufleben und die „U40“ des Vereins bediente das jüngere Publikum mit flotten Stücken. Als Profis gratulierten die „Klangküsse“ aus Bonn mit exzellenter und humoristischer Stimmakrobatik. Die Kapelle „Jupp Schlitt“ unter der Leitung des 90-jährigen Ehrendirigenten des Vereins sorgte professionell wie eh und je für die instrumentale Untermalung. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildeten im Herbst ein Gruppensingen, sowie der 2. Sakrale Chorwettbewerb mit rund 1000 Sängerinnen und Sängern und 30 Chören, den der MGV in Pfarrkirche und Bürgerhaus wieder hervorragend organisierte.

Um die Zukunft des Vereins zu sichern, das heißt, um den Chor attraktiv für neue Sänger zu machen und um weiterhin Erfolge feiern zu können,  wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt. Zum einen wurde mit dem Umzug in neue, selbst renovierte Vereinsräume die Sicherheit geschaffen, konstant gute Probebedingungen vorzufinden (was im langjährigen Domizil bei „Schlitt’s“ nach Schließung der Gaststätte leider nicht mehr möglich war). Zum anderen wurden auch in der Probenarbeit neue Wege beschritten: dazu gehörten Probenwochenenden im Hildegardishof in Waldernbach, aber auch das Angebot von Stimmbildung beim Stimmbildner der Limburger Domsingknaben, Herrn Gries, das sehr gut angenommen wurde und von dem insbesondere die jüngeren Sängern stark profitieren konnten.

So konnten seit Beginn des Jahrzehnts wieder viele Wettstreite erfolgreich bestritten werden: 2. Plätze gab es in Lindenholzhausen (2011) und beim sakralen Wettbewerb in Steinbach (2013), als Siegerchor verließ man die Bühne bei den Wettstreiten in Wirges (2010), Dehrn (2011), Morsbach (2013 – erstmals in der M1), in Nickenich (2014 – Golddiplom) und beim Internationalen Chorwettbewerb „Praga Cantat 2014“ in der böhmischen Metropole, wo man als bester Männerchor und als bester deutschsprachiger Chor mit dem „Goldenen Band der Stadt Prag“ ausgezeichnet wurde. Dies war der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Gerade diese Reise in die Stadt an der Moldau wird den beteiligten 40 Sängern und ihren Begleiter(inne)n mit ihrem besonderen Flair und den vielen internationalen Begegnungen noch lange in Erinnerung bleiben.

Fortgesetzt wurde auch die Reihe der qualitativ hochwertigen Frühjahrskonzerte. Neben dem MGV als Gastgeber sorgten namhafte Solisten und Ensembles (z.B. Cantato Cantabile, Vocapella Limburg, Horbacher Frauenchor Ernie Rhein) für ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Programm.

Und auch das Gesellige kommt nach wie vor nicht zu kurz: das neue Vereinsheim lädt nach den Proben  dazu ein, noch in lustiger Runde beisammen zu sitzen, Ausflüge –neben der erwähnten erfolgreichen Prag-Fahrt- führten den Chor unter anderem zur Landesgartenschau in Bad Nauheim und – unvergessen - zum Oktoberfest nach München, wo man Freundschaft mit dem Hollywoodschauspieler Brad Harris („Herkules“) schließen konnte und dies auch gebührend mit Gesang und reichlich Oktoberfestbier besiegelte.

Das Jahr des 130-jährigen Bestehens hält nun als ersten Höhepunkt den 3. Sakralen Chorwettbewerb bereit, der in bewährter Manier in der Pfarrkirche „St. Martin“ und im Bürgerhaus Frickhofen ausgerichtet wird. Diese Veranstaltung hat mittlerweile so einen guten Ruf, dass sie mit 36 Chören und rund 1150 Sängerinnen und Sängern sozusagen „voll ausgebucht“ ist. Unter der Schirmherrschaft von Ehrenbürgermeister Paul Arens wird Frickhofen am 09.05. 2015 wieder das Zentrum der heimischen Chormusikszene sein. Im Sommer geht der Verein dann seinerseits zum Wettstreit ins badische Neudorf, womit die Ziele für das erste Halbjahr 2015 gesetzt sind.

Die Mischung von guter Qualität auf musikalischem Gebiet und viel Spaß vor, bei und nach dem Singen, die der Verein seit vielen Jahren lebt, scheint sehr attraktiv zu sein. So konnten auch in den letzten Jahren wieder zahlreiche – auch jüngere - Sänger neu geworben werden. Mit einem Durchschnittsalter von 49,5 Jahren ist der Chor vergleichsweise sehr gut aufgestellt. Mit diesem Kapital kann der  MGV Eintracht Frickhofen e.V. 1885 auch nach 130 erfolgreichen Jahren weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.

 

Die vergangenen 130 Jahre haben immer wieder gezeigt, dass sich der MGV in uneigennütziger Weise in das Dorfgeschehen einbringt. Der MGV bietet nicht nur die Möglichkeit, traditionelles und neues Liedgut zu pflegen, sondern ist auch ein Ort, an dem junge und alte Menschen gemeinsam Spaß haben können. Ganz getreu seinem Motto: „Ein Chor für alle Fälle“

Haben Sie Interesse an Fakten und Zahlen? Wollen Sie einmal ein wenig hinter die Kulissen des MGV "Eintracht" blicken? Dann sind Sie hier genau richtig.

Erfahren Sie mehr über unsere Heimat Frickhofen und die mit Ihr verbundene Geschichte unseres Gesangvereines. Wir beginnen kurz vor der Jahrhundertwende und beschliessen unsere Darstellung mit aktuellsten Daten. Vielleicht erinnern Sie sich noch an einige "Highlights" die dort verzeichnet sind.